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Ryszard Kapuscinski: Meine Reisen mit Herodot. Reportagen aus aller Welt Aus dem Polnischen von Martin Pollack. Piper, München 2007. 368 S., 10 ¤ Nach einem halben Jahrhundert eines ruhmreichen Journalistenlebens in drei Kontinenten verneigte sich der polnische Star-Reporter Ryszard Kapuscinski (1932–2006) vor dem griechischen Geschichtsschreiber Herodot als dem ersten Reporter der Welt. Der antike Weltfahrer war ihm Reisebegleiter und Lehrmeister, seine «Historien» waren ihm Vorbild und Musterbuch. «Meine Reisen mit Herodot» sind eine Art Programmschrift des Reporters Kapuscinski – methodische Begründung und historische Beglaubigung seines journalistischen Ethos. Astrid von Pufendorf: Die Plancks. Eine Familie zwischen Patriotismus und Widerstand List TB, Berlin 2007. 512 S., 9,95 ¤ Im Zentrum dieser Familienbiografie steht Erwin Planck (1893–1945), Sohn des Physikers Max Planck (1858–1947). Schon die Lebensdaten deuten einen Schicksalsschlag an: Max Planck musste mitansehen, wie Erwin als einer der Verschwörer des Hitler-Attentats vom20. Juli hingerichtet wurde. Begeistert war Erwin Planck in den Ersten Weltkrieg gezogen, während der Weimarer Republik machte er Karriere als politischer Beamter. Als die Nazis an der Macht waren, engagierte er sich im Widerstand. Astrid von Pufendorf hat hunderte Briefe zwischen Vater und Sohn gelesen, aus denen sie ausgiebig zitiert. So werden die Berührungspunkte zwischen privater Lebensführung und öffentlichem Engagement sichtbar – ebenso wie die ambivalenten Beziehungen zwischen Großbürgertum und Nationalsozialismus. Fernando Savater: Die zehn Gebote im 21. Jahrhundert. Tradition und Aktualität von Moses’ Erbe Aus dem Spanischen von Sabine Giersberg. Wagenbach, Berlin 2007. 192 S., 11,90 ¤ Mit dem derzeit gängigen Feuilleton-Katholizismus, der sich eher an liturgischen Formen als an Inhalten berauscht, hat der spanische Philosoph Fernando Savater nichts zu schaffen. Wenn er die «Tradition und Aktualität von Moses’ Erbe» untersucht, geht es ihm nicht um die Rückkehr zu alten Werten, sondern um ein kulturgeschichtliches Erbe, das er an einer zeitgemäßen Ethik misst. In seinen witzigen und philosophisch anregenden «Arbeitsdiskussionen» mit Gott zeigt Savater – als bekennender Ungläubiger –, dass die biblischen Selbstbeschränkungen durchweg lebensfreundlich gemeint sind. Etwa das dritte Gebot: «Es verbietet uns etwas, auf das wir keine Lust haben. Es heißt: Arbeite nicht. Es ist das fröhlichste und am leichtesten zu befolgende Gebot.» Monika Mann: Das fahrende Haus. Aus dem Leben einer Weltbürgerin Hg. v. Karin Andert. rororo, Reinbek 2007. 224 S., 8,90 ¤ Das «arme Mönle» wurde sie, eher herablassend als bedauernd, im Familienkreis genannt: Monika Mann, viertes Kind und zweite Tochter Thomas Manns, ein veritabler Unglücksrabe. Musikerin wollte sie werden, doch am Klavier gelang ihr nichts Bedeutendes. Während der Emigration floh sie mit ihrem Mann per Schiff aus England, das Schiff sank, der Mann ertrank vor ihren Augen. Erst nach dem Krieg kam sie auf Capri zur Ruhe und versuchte sich, zum Entsetzen der Familie, als Autorin. Nun kann man nachlesen, was Erika Mann so empörte: sprunghafte, teils wirre Gedanken und Vorstellungen, rührende Verehrungs-Bilder für den Vater – Eigenes, Un-Mannhaftes allemal.
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