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Ausgabe 04/08
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Hörbücher
Reisen oder Versetztwerden

Ob von der europäischen Landmasse aus oder von der hohen See: wenn große Reiche untergehen,
sind Joseph Conrad und Joseph Roth die kompetenten literarischen Berichterstatter

Man stelle sich vor,es gäbe noch literarische Salons, und irgendeiner hätte die Frage in die Runde geworfen, was denn das Ähnliche und das Trennende zwischen Joseph Roth und Joseph Conrad sei. Hätte es in diesem Salon überhaupt Leser gegeben, die beide Autoren gerne lesen? Den einen, der ähnlich wie Roth mitten in der europäischen Landmasse geboren ist und doch von Seehelden erzählt, in der Sprache der Seehelden,Englisch.Von Helden,die immer nach draußen müssen, den Abenteuer routendes Imperialismus
nach, dabei aber tief im eigenen Innern getroffen, ja, verwandelt werden. Und den anderen, demdas Bild des Kaisers seiner Kindertage im späteren Leben zur Ikone wird, dem sein Reich zerbricht, ein Österreich, das sich immermehr in besonnte Erinnerung zurückzieht, kein Meer nirgends,auf das man entkommen könnte.Von den beiden populärsten Werken dieser europäischen Schriftsteller liegen jetzt zwei Einspielungen vor, an denenman denVergleich bis in den Gestus ihrer Vorleser hinein genussreich weiterspielen kann.
«Herz der Finsternis» beginntmit einer Schiffsfahrt auf der Themse. Hier beschwört der Erzähler, Kapitän Marlow, die graue Vorzeit, in der einst die römischen Eindringlinge ins Innere Britanniens, in die Finsternis vorstießen. Und hier erzählt er von seinen Abenteuern in Afrika.Von einer Reise auf einem Fluss tief in das Innere des Kontinents, an deren Ende keine Eroberung steht, sondern die Begegnungmit einem Eroberer, der das Land mit äußerster Grausamkeit ausgebeutet hat.Und denderErzähler dennoch vor denMitreisenden in Schutz nimmt. Er sieht ihn nicht als Verrückten an, nicht als wahnsinnige und gefährliche Witzfigur,sondernals jemanden,der in den Abgrund seines eigenen Inneren geblickt hat und den Schrecken am eigenen Leibe vorführt. Entgrenzung und Grausamkeit brechenauf,derdünne Schutzmantel der Zivilisationfällt, wenndie Zivilisation siegreich durch gesetzt werden soll. Und die gierigen Motive des Kolonialismus liegen nackt und blutig vor unseren Augen.
Es stimmt trotzdem,was der nigerianische Schriftsteller Chinua Achebe Conrad vorgeworfen hat: dass Conrad in seinen Bildern der Eingeborenen kolonialistischen Stereotypen verhaftet sei und sein Buch eine Projektion der europäischen Seele,die sich das Dunkle, Naive und Dumpfe als Gegenbild ihrer eigenen vermeintlichen Helle schaffe. Und doch gibt es keinen genaueren Zeugen für die zerstörerische Wut solcher Projektion als Conrad selbst – einen Zeugen freilich, der trotz aller Empathie nie programmatisch von der Seite der Täter auf die Seite der Opfer wechselt.
Wegen des einbettenden, fast behäbigen Rahmens schwebt jeder Vorleser in der Gefahr, zu sehr in eine reflexive, altersmüde Stimmführung zu verfallen, die von einer abgeschlossenen Erfahrung – «lang ist es her» – berichtet. Manfred Zapatka dagegen leiht seinem Erzähler eine helle Gegenwärtigkeit, es ist der junge Mann im alten, der hier spricht. Und plötzlich hört man einen harten metallischen Grundton, und er passt! Denn dem Erschrecken geht die eigene Aggression voraus, der späteren Weigerung, wieder ins Dunkel zurückzukehren, die scham - und mitleidlose Neugier und dem Gefühl des Bedauerns der Wunsch, einen Totschlag zu begehen.
In der Hörspielfassung von Michael Köhlmeier wird Marlows Erzählung zu einem Rechenschaftsbericht komprimiert, den der zurückkehrende Kapitän seiner Gesellschaft in Nachfrage und Antwort zu geben hat.Das hat alle Qualitäten einer guten Kompaktfassung,die Doppeldeutigkeit Conrads aber geht verloren, denn sie kannsich nur im Reflexionstempo einer vielfach auf gehaltenen Reise entwickeln.
Im «Radetzkymarsch» reisen die Helden nicht, sie werden versetzt. Und das zutiefst Andere, dem Conrads Held im Inneren Afrikas begegnet, findet sich bei Roth an den äußeren Grenzen des Reiches, mit Sümpfen, die ein Zeichen für das Verhängnisvolle und Tückische sind, die nach den Menschen greifen und ihre Contenance zerstören. Michael Heltau liest gelassen.Er eilt nicht voraus, als sei er begierig, immer gleich hinter die nächste Ecke des Erzählten zu kommen. Viel Luft ist zwischen den Sätzen, und das passt zu Roth. Denn dessen Stil lässt eine Weite um die Figuren entstehen, Raum, den der Erzähler sich schafft, damit er seine Zuhörer verlässlich führen kann.Nur wenig wienerisch timbriert ordnet Heltau die Landmasse des Romans, umso lebendiger konturieren sich dagegen die Personen in Dialog und Dialekt, ein Typen- und Stimmenkarussell aus demspätenÖsterreich-Ungarn. Und über allem das Bild des Kaisers.Mit bitterer Intelligenz und Wehmut zeigt der «Radetzkymarsch»,wie eine ganze Welt mit einer ihr selbstunbewussten Starrheit dem Untergang entgegensinkt. Der erste Trotta hat den Kaiser noch gerettet, der letzte wird als einer der Ersten im Weltkrieg sterben.
Wieder zurück im literarischen Salon, hätte man hier vielleicht eine Gemeinsamkeit beider Schriftsteller: die ambivalenzgesättigte Genauigkeit, mit der sie ein untergehendes Reich kritisch beschreiben – und doch nicht davon loskommen.

BERNHARD GLEIM

JOSEPH CONRAD
Herz der Finsternis
Gelesen von Manfred Zapatka.
Argon, Berlin 2007.
4 CDs + 1MP3, 310 Min., 29,95 ¤

Herz der Finsternis
Hörspiel. Texteinrichtung
Michael Köhlmeier, ORF 1990.
Der Hörverlag, München 2008.
1 CD, 60 Min., 14,95 ¤

JOSEPH ROTH
Radetzkymarsch
Gelesen von Michael Heltau.
Diogenes, Zürich 2008.
14 CDs, 1042 Min., 49,90 ¤
Was liest...
John von Düffel

Der vielfältig tätige Schriftsteller, Dramatiker, Übersetzer, Filmkritiker und Theatermann, Jahrgang 1966, lebt in Bremen und arbeitet als Dramaturg am Thalia Theater in Hamburg. Zuletzt erschien sein Roman «Beste Jahre»

Ich lese «Hamlet» von William Shakespeare, seit Wochen. Ich muss mich zwingen,dieses Stück zu lesen zumich-weiß-nicht-wievielten Mal. Lässt sich ein Text überhaupt neu lesen, den man in- und auswendig kennt? «Hamlet» ist schuld daran, dass ich zum Theater gegangen bin,warum genau, istmir heute nicht mehr ganz klar, war es aber vermutlich nie.Damals mit achtzehn, neunzehn, beiden ersten stürmischen und ungenauen Lektüren, gab es so vieles,wasmich befeuert hat:das Mutter-Ressentiment,der Vatermordgedanke,der Weltgerechtigkeitsauftrag und die Ohnmachtsgefühle des Zauderns und Versagens. Heute kommt mir «Hamlet» vor wie ein Best-of- Album der Theatermonologe. Die berühmtesten Hit-Singles des Zitatenunwesens sind hier versammelt: «Sein oder nicht sein» – die ewige Nummer eins; «O schmölze doch dies allzu feste Fleisch» («Schwachheit, dein Name istWeib») – auch ein unverwüstlicher Evergreen; «Ach, armer Yorick» – der Monolog für Friedhofsspaziergänge im Novembernebel.Und so weiter.
Am 5. April 2008 ist Premiere von «Hamlet» unter der Regie von Michael Thalheimer am Hamburger Thalia Theater. Spätestens bis dahin muss ich alles vergessen haben, was ich über diesen Text weiß.Denn genaugenommen ist «Hamlet» kei nTheaterstück mehr, sondern ein innerer Wiederholungszwang, eineAnsammlung theatralischer Schlüsselreize und Reflexe, ein Drama, das erdrückt wird von seiner Bedeutung und einem gigantischen philosophischen Überbau.
Hamlet, der A-Held auf dem Sockel seiner Sätze, hat schon vor Ewigkeiten aufgehört, eine Figur zu sein. Er ist eine Chiffre, ein Symbol seiner selbst und damit fern jeglicher Lebendigkeit. Er hat sich vor lauter Sinn entsinnlicht, entkörperlicht, entleibt, ist längst mehr Nicht Sein als Sein. Sich mit ihm zu identifizieren, scheint schwerer denn je. Er ist zum Schema geworden, eine Maschine ohne Motor, eine leerlaufende Monolog-Schleuder, der dramatischeWiederkäuer schlechthin. Und durch Heiner Müller ist das nicht besser geworden.
Jede Zeit hat ihren Hamlet geformt nach ihrem Bilde: Für Schlegel, Tieck und deren Freunde war Hamlet Deutschland, das zerrissene, zögerliche,handlungsunfähige.Für die Nazis war Hamlet der nordische Held, der auf den Plan tritt, umdieWelt, die aus den Fugen ist, wieder einzurenken. Für die 68er war er der Revoluzzer und Rebell. Und heute – ein post-historischer Scherbenhaufen? Wie liest man diese Texte zum ersten Mal? Wie sagt man sie, als seien sie noch nie gesagt worden? Welchen Sinn haben sie, der nicht schon bis in sämtliche Verästelungen ausgewalzt wurde, undwie kann seine Aneignung und Anverwandlung aussehen nach so viel Deutungsmissbrauch?
Angesichts seiner übermächtigen Interpretations- und Penetrationsgeschichte, dieser Traditions- und Repetitionslast des Stückes, wirkt die Bühne – einfach nur die Bühne – geradezu heilsamprimitiv: Die Mittel des Theaters sind so schlicht, die Möglichkeiten so unzulänglich, dass es die Messlatte des Textes notgedrungen unterlaufen muss. All die Deutungs- und Bedeutungserwartungen sind dazu verdammt, enttäuscht zu werden.Denn was soll schon groß sein? Ein bisschen Gehen, Stehen, Sprechen, mal laut, mal leise, mal langsam, mal schnell, mal von hier, mal von da – der Rest ist Schweigen. Doch gerade weil die Bühne so ein grober Klotz ist, fernab von Kommentatoren-Feinsinn und semantischer Migräne, ist sie vielleicht die einzig mögliche Hamlet-Therapie. Heute «Hamlet» machen, heißt nicht Spinnwebenverknüpfen, sondern Holz hacken.
Erste Probe. Alle sitzen sie da, in ihren Probenkostümen: Claudius, der Brudermörder und Afterkönig; Gertrud, dieWitwe und unwürdige Mutter, die den Bruder ihres Mannes durch Heirat zum Herrscher gemacht hat – anstelle von Hamlet, ihrem Sohn; Polonius, der Ratgeber, samt seiner mutterlosen Familie; Laertes, sein Sohn; Ophelia, seine Tochter; daneben natürlich Hamlet sowie Rosenkranz und Güldenstern, seine beiden chancenlosen Freunde. Jetzt wäre der Moment, in dem der neugekrönte, frisch vermählte König Claudius seine erste Thronrede halten müsste, aber ein Schweigen der Ratlosigkeit, der Beklemmung, der Verlegenheit herrscht. Auf einmal der Gedanke:Was auch immer gleich auf der Bühne geschieht, am Ende des Abends werden sie tot sein. Alle, die hier sitzen.Ohne Ausnahme. Vielleicht ist das der Gedanke, durch den diese Figuren noch einmal anfangen können zu leben.Nur für kurze Zeit.




William Shakespeare
Hamlet
Übersetzt von Frank Günther
DTV Deutscher Taschenbuch, Juli 1999
kartoniert - 399 Seiten, 10,00 ¤





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Netzkarte
Dada für Diskotanten

Fahrstuhlstimmen und Großdruckschrift: Gut gemeinte Seniorentreffs
im Netz verfehlen oft die Zielgruppe

Vor einiger Zeit versehentlich hingeklickt. Eine freundlich-sonore Frauenstimme (bekannt aus modernen Fahrstühlen) erzählt ohne jegliche Intonation: «Ein gutes Jahr 2008 wünscht der Seniorrrentreff. Wir bieten Ihnen eine kostenlose Plattform für Kommunikation und Gedankenaustausch mit Menschen reiferen Alters und freuen uns, wenn Sie die vielen kostenlosen Möglichkeiten. Hier. Zu diskutieren.Cuttenlogen. Bilder, Alben. Gästebücher bei uns nutzen. Link. Braub Userinnen. Link. Brennendes Eis.Aktuelles. Die neuesten Beiträge und Informationen aus dem Seniorrrentreff erfahren Sie links im Navigationsmenü. Link. Unter Aktuelles oder hier. Besonders wichtig sind uns die rrrealen Treffen. Hier können Sie. Link. Planung neuer Treffen. Oder Link Berichte über vergangene Treffen. Einsehen. Hilfestellungen für neue Benutzer. Sie können sich diesen Text vorlesen lassen. Dazu müssen Sie nur auf den roten Lautsprecher oben rechts klicken.Sie können rechts neben dem Lautsprecher die Textgröße auch so einstellen, wie es Ihnen angenehm ist. Indem Sie auf Plus oder Minus klicken. Link. Sie finden oben rechts. Link. Hilfe für Neuerlinge. Link. Hilfe für bisherige Diskotanten.»
Gut gemeint vom Seniorentreff (www.seniorentreff.de). Aber irgendetwas läuft da schief. Dann doch lieber den Text lesen und dazu die Schrift größer einstellen, von 12 auf 16 Punkt. Denn andere Vorträge der anonymen Digi-Stimme sind nicht weniger dadaistisch und dürften die interessierten Senioren noch tiefer in Verwirrung stürzen. Aber was für Senioren sind das eigentlich, die sich hier zum Networken und Bloggen («So geht Bloggen») treffen sollen? Das fragtman sich bei einer «TED-Umfrage» des Seniorentreffs: «Liebe Seniorentreffler, um den Seniorentreff optimal auf seine Besucher abzustimmen,möchten wir von euch einiges wissen. Hier ist die erste Frage:Wie alt bist du?» Digital vorgelesen, geht es dann so weiter: «Null – Gedankenstrich – Zwanzigsten. 21 –Gedankenstrich –Dreißigsten. 31 – Gedankenstrich Vierzigsten.» Bis hin zu: «81 – Gedankenstrich – Neunzigsten. Neunzigsten.»
Wohl wollend könnte man diesen Quatsch als subversive Strategie gegen Altersrassismus verstehen: Um niemanden wegen seinesGeburtsdatums zu diskrimieren,werden unterschiedslos alle in die Seniorenecke gestellt, sogar User, die «Null – Gedankenstrich – Zwanzigsten» anklicken.Altbacken, könnte man sagen, ist dagegen die Bundesregierung mit ihrer neuen Seite www.50plus-ans-netz.de. «Ganz einfach Internet», so das Motto. Gleich auf der ersten Seite wird man auf Pflegeangebote hingewiesen. Widerspricht das nicht den demografischen Erkenntnissen von den «neuen» und «fitten» Alten? In dem beliebten Blog www.mehrzweckbeutel.de («Magazin für non-lineare Lebensführung») wird das Projekt denn auch als «alte-säcke.de» denunziert.«Da gibt die Bundesregierung doch tatsächlich meine Tabaksteuer für eine Kampagne aus, die alte Menschen ans Netz heranführen soll. Noch mehr?», schreibt einer. Ganz schön «link».

ARAM LINTZEL
Literatur im Kino
«Mein Geist hebt ab»

Phantasie als Lebensrettung: Der Maler Julian Schnabel verwischt in «Schmetterling und Taucherglocke» die Grenzen zwischen Experimental- und Erzählfilm

Computer sagt, das Buch sei da, doch die Verkäuferin kann es im Regal nicht finden – eine Autobiografie über die letzten Monate im Leben von Jean-Dominique Bauby, dem Chefredakteur der französischen «Elle», der 1995 mit 43 Jahren starb. Der schmale Buchrücken lässt sich kaum dafür verantwortlich machen, dass «Schmetterling und Taucherglocke» so leicht verloren geht. Eher verhält es sich so: Niemand hat den Band unter «Biografien» einsortiert. Sein lyrischer Stil empfiehlt es für die «Belletristik»-Regale. Es sei denn, das überaufmerksame Personal zieht aus dem Entstehungsprozess des Buches andere Schlüsse: Da der an seinem ganzen Körper gelähmte Autor den Band mit seinem einzigen beweglichen Muskel diktierte, mit dem linken Augenlid, kommen auch andere Sparten in Betracht: Medizin, Lebenshilfe, Esoterik… So wird das Buch eines Behinderten schnell zum «Behindertenbuch». Aber, Glück im Unglück, jetzt kann man es wieder finden: Neuerdings steht es im Regal «Das Buch zum Film».
Julian Schnabel – einer der Stars der postmodernen Malerei, 56 Jahre alt – hat diesen ungewöhnlichen Text zur Grundlage eines einzigartigen Films gemacht.Was er in «Schmetterling und Taucherglocke» gefunden hat, ist zuallererst die Kunst der Beschränkung. Wer sich, wie der Autor, jeden einzelnen Buchstaben nach einer Zahlentabelle mühsam erblinzeln muss, redet nicht lange um den heißen Brei herum. Schon im sechsten kurzen Absatz findet Bauby das titelgebende Bild für die Erfahrung seines Eingeschlossenseins im eigenen Körper, auch für die Freiheit einer grenzenlos schweifen- denVorstellungskraft: «Meine Taucherglocke wird weniger besitzergreifend, und mein Geist hebt ab wie ein Schmetterling. Es gibt so viel zu tun.Man kann imRaumoder in der Zeit spazieren, sich aufmachen nach Tierra del Fuego oder zum Hof von König Midas.»
Es dauert rund zwanzig Minuten, eine ganze Rolle Kinofilm läuft durch den Projektor, bis man überhaupt das Gesicht des Hauptdarstellers Mathieu Amalric zu sehen bekommt. So lange,bis der aus dem Koma Erwachte in einen Spiegel blickt. Julian Schnabel erfüllt sich einen alten Cineastentraum: den Filmaus der Perspektive der Ersten Person Singular. Da diese Person aber vor allem in ihrer Phantasie lebt – denn jede andere Welterfahrung ist zunächst einmal verstellt –, muss die Kamera schwerelos sein.
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