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Ausgabe 07-08/09 |
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Martin Geck Wenn der Buckelwal in die Oper geht
«Ohne in das leere zu fallen»
Was der Buckelwal mit klassischer Musik zu schaffen hat, warum die «Sturm»-Sonate mit einem strampelnden
Säugling zusammenhängt und wie man über Bach, Mozart, Beethoven für Kenner und Nichtkenner schreibt
VON RENÉ AGUIGAHManchmal wird der Kammermusiksaal der
Berliner Philharmonie, auch wenn beinahe
1200 Zuhörer darin sitzen, zum intimen
Raum. Als der Pianist András Schiff kürzlich mit
seinem Beethoven-Zyklus in Berlin
gastierte zum Beispiel; als der dritte Satz der
«Sturm»-Sonate anhob, als das Hadern des
ersten Satzes überstanden und der meditative
Gesang des Adagio verklungen war, als
ma ... mehr
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Ma Jian Red Dust
Nur noch zwanzigtausend Tage zu leben
Warum der Künstler und Schriftsteller Ma Jian im Jahr 1983 Beijing verließ,
um sich auf eine lange Reise durch die Volksrepublik China zu begeben –
und was er unterwegs erlebte
VON JÖRG MAGENAU
Roter Staub – das ist der Staub der Landstraßen.
Es ist der «Staub der Welt» und der
«Staub der Illusionen», vielleicht auch der
Staub, der von der kommunistischen Ideologie
in China übrig bleiben wird. Ma Jian,
Schriftsteller, Maler und Fotograf aus Beijing,
ist in seinem Heimatland Person a non
grata, dabei kennt er das Reich der Mitte wie
kein Zweiter. Für drei lange Jahre, von 1983
bis 1986, begaber sich au ... mehr
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Ausgabe 06/09 |
Ben Katchor Der Jude von New York
Auf der Suche nach der koscheren Zunge
Wie Ben Katchor die unstillbare Sehnsucht nach amerikanischer und jüdischer Identität
in Bild und Text fasst
VON JENS BALZER
Ararat: So sollte der neue Staat heißen,den
der jüdische Politiker Mordecai Manuel
Noah in der Neuen Welt gründen wollte –
auf dem Grand Island im Niagara-Fluss im
US- Bundesstaat New York, ein paar Tagesreisen
nördlich von der gleichnamigen erblühenden
Metropole, an der Grenze zu
Kanada. Im 50. Jahr der amerikanischen
Unabhängigkeit wollte Noah auch dem
jüdischen Volk endlich zur Unabhängigkeit
verhelfen, zu einer Heimstatt, einem Ort, an
dem die Jahrtausende währende Diaspora
zu Ende gehe ... mehr
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Ausgabe 05/09 |
Péter Esterházy Keine Kunst
Gnädigefrauwillsagengenossin
Wie Péter Esterházy von der vergangenen kommunistischen
und der neuen kapitalistischen Welt in Ungarn erzählt,
von Tod und Champions League,
von blutleeren Fernsehserien und
seiner fußballliebenden Mutter
VON VERENA AUFFERMANN
Über Mütter kann jedes Kind mitreden.
Über Fußball auch, ob Kind oder erwachsen.
Ich allerdings nicht. Ich habe keine Ahnung
vom Fußball, ich bewundere die rasende
Fußball-Leidenschaft von Millionen,
wie ich die rasende Leidenschaft von Ornithologen bewundere.
Natürlich lässt sich ein
Ball nicht mit einem Vogel vergleichen, wohl
aber Péter Esterházy mit Péter Esterházy.
Fangen wir mit der Frau an, weil es im neuen Buch
«Keine Kunst» um die Mutter geht.
Um die ideale Mutter, denn «Lilike», so wird
die Frau genannt, ist eine wahre Fußballfanatikerin.
Der Autor Esterházy redet in all seinen Büchern mit
größtem Sprachvergnügen
über das Leben seiner genealogisch ziemlich
alten, politisch ziemlich einflussreichen
und finanziell mit ziemlich viel Besitz ausgestatteten ungarischen Adelsfamilie.
Jedenfalls bis 1945. Was dann kam, ist bekannt:
Als Péter Esterházy im Jahr 2000 sein magnum
opus «Harmonia Cælestis», ein durch
vier Jahrhunderte mäanderndes und die
Jahrhunde ... mehr
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Ausgabe 04/09 |
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Das Essen der StädteWie die italienische Küche ihren Siegeszug antrat – und warum die Italiener so gern an eine Mühle aus Plastik glauben möchten VON JÜRGEN DOLLASETitel und Titelbild des Buches täuschen ein
wenig. «Delizia! Die Italiener und ihre Küche.
Geschichte einer Leidenschaft»klingt fast
reißerisch, und das Bild von einem Latin
Lover,dermit zwei rassigen Schönheiten am
üppig gedecktenTisch sitzt, lässt einen Text
von gewissermaßen fleischiger Textur erwarten.
So kommt es nicht – aber enttäuscht
wird man von John Dickies neuem Werk
dennoch kaum. Der Historiker, Journalist
und Romanistik-Dozent am Londoner University
College bleibt bei der faktenreichen
Darstellungsform,die ihm mit «Cosa Nostra.
Die Geschichte der Mafia» zuletzt einen ... mehr
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Ausgabe 03/2009 |
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Der knisternde Trost von Engeln
Warum Sibylle Lewitscharoff sich in wüste Schmähreden auf Bulgarien hineinsteigert und was das mit der gefrorenen Leiche des Vaters zu tun hat
VON JUTTA PERSON
Amerikanische Battle-Rapper wissen es schon lange: Dass Hohn etwas Hässliches sei, ist ein albernes Vorurteil. Guter Hohn ist eine große Kunst, die mit rhetorischem Regelwerk arbeitet,mit einer großen Schatulle vollerHohn-Schmuck und der Fähigkeit, im richtigen Moment sanft inne zuhalten, um das verhöhnte Objekt dann noch tiefer nach unten zu stoßen.Die Phantasie, mit deren Hilfe der Gegner niedergemacht wird,gießt dabei Sprachglanz vor allem über der eigenen Position aus &nda ... mehr
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Ausgabe 01-02/2009 |
Die Königin der Bobos
Warum Anna Gavalda ihre Leser in Gavaldamanie versetzt und auch
mit ihrem neuen Roman die ganze Welt beglücken wird
VON MARTINA MEISTER
Diese Frau scheint direkt einem ihrer Romane
entstiegen. Anna Gavalda ist hübsch,
wirkt ausgesprochen natürlich, legt keinerlei
Wert auf Äußerlichkeiten. Sie leuchtet
von innen. Sie müsste, wenn sie in einem ihrer
Bücher auftauchen würde, nicht einmal
ihren Namen ändern. Anna Gavalda, das
klingt perfekt für einen Gavalda-Roman:
schlicht, aberwie ein Versprechen. Ihr würde
ganz klar die Rolle der Retterin zufallen.
Sie müsste den Part derjenigen übernehmen,
die weiß, worauf es ankommt im Leben.
Eins steht fest: Anna Gavalda schreibt
nicht für die Kritiker. Es ist ihr gleichgültig,
was sie sagen oder auszusetzen haben. Dass
ihre Büch ... mehr
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Ausgabe 12/2008 |
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Stefan Klein Da Vincis Vermächtnis
Leonardo, der Welterfinder
Warum das Lächeln der Mona Lisa so rätselhaft ist und Leonardo als Vordenker der virtuellen Realität
gelten kann – Stefan Klein erkundet die Aktualität des Renaissance-Künstlers
VON RONALD DÜKER
«Mona Lisa Overdrive», so nannte der
Science-Fiction-Autor William Gibson 1988
den letzten Roman seiner «Neuromancer»-Trilogie, in der er, wie nebenbei, den Cyberspace
erfunden hatte. Zwar bestehen seine
Protagonisten noch immer zum größten
Teil aus organischem Körpermaterial (die
Adepten des digitalen Lebens nennen diesen
anachronistischen Rückstand des Menschen
verächtlich Wetware). Weil neuronale
Prozesse aber auch durch digitale Implantate
gesteuert wer ... mehr
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Ausgabe 11/2008 |
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Hinter den Kulissen des KunstmarktsKunstkrimis sind ein florierendes Subunternehmen auf dem boomenden Krimi-Markt. DieMachenschaften der mondänen Kunst-Schickeria werden als Stofflieferanten aparter Verbrechen entdeckt VON SIGRID LÖFFLERZugegeben: das Werk eines Künstlers wie Damien
Hirst ist so gut wie fälschungssicher.Wer sollte
schon einen brillant besetzten Totenschädel oder
einen Jungbullen in Formaldehyd kopieren wollen?
Anders verhält es sich mit der Malerei: Die stinkt zwar
nach Terpentin, ist aber auf dem zeitgenössischen Kunstmarkt
nicht weniger begehrt, vielleicht sogar noch auratischer
als die eingeweckten Tigerhaie des Markt-Heros
Hirst. Schließlich ist die Malerei, ob gegenständlich oder
abstrakt, immernoch dem guten alten Kunstschönen ver ... mehr
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