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Ausgabe 09/09 |
«Egal wie verrückt»Wer schreibt das unendliche Netz voll? Auf www.brainR.org entstehen Ideen, woanders werden Textbausteine produziert
Ein befreundeter Journalist meinte neulich,
erhalte sic hgrundsätzlich von Blogs, Online-
Foren oder Treffpunkten wie «Facebook»
fern. Dort zu schreiben, sei nichts anderes
als unbezahlt geleistete Arbeit und damit
Ausbeutung. Von dem Argument, dass mit
dem viel zitierten Modell des «Prosumers»,
also des produzierenden Konsumenten, die
Ausbeutung abgeschafft sei, wollte er nichts hören.Auch das symbolische
Kapital konnte ihn nicht locken, das durchs öffentliche
Schreiben mitunter entstehe.
Die Seite www.brainR.org scheint ihm Recht zu geben, denn
sie befeuert unverfroren die Umsonstkultur. Wer auf der Suche nach
einer Id ... mehr
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Ausgabe 07-08/09 |
«Harrrumphhh!»
Fragmente einer Sprache des Niedlichen: Die User auf
cuteoverload.com wissen, was wirklich «süß» ist
In einer seiner «Titanic»-Kolumnen machte
Max Goldt eine hübsche Beobachtung: Unter
den hundert einflussreichsten Frauen der Bundesrepublik
habe sicher keine eine Puppe, Tigerente oder
einen Teddybären an ihrer Tasche
befestigt. Infantile Accessoires wie diese kennzeichneten ein bestimmtes Milieu,
das sich mit
unbewusster Selbststigmatisierung – so lässt sich Goldts Stilkritik
verstehen – um alle Aufstiegschancen bringe. Denn: «Kein Personalchef wird einem Menschen einen verantwortungsvollen Posten überlassen,
der mit einem Teddybären zum Bewerbungsgespräch kommt.»
Nun sollte in diesem Zusammenhang nachdenklich ... mehr
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Ausgabe 06/09 |
Beichte in 140 Zeichen
Wie das weltweite Netz das Zwitschern lernt:
Die letzten Geheimnisse stehen an der elektronischen Pinnwand
Twitterst du denn? Diese erwartungsvoll gestellte
Frage könnte übersetzt werden in: Bist
du überhaupt angeschlossen an die Welt da
draußen? Ganz kurz für digitale Amateure
und Phobiker des Neuen: Twitter ist ein sogenannter
Mikro-Blogging-Dienst, dessen
Nutzer knappe Textnachrichten (nicht länger
als 140 Zeichen, also kürzer als eine SMS auf dem Handy) senden
können, die dann als «Tweets» bei www.twitter.com gelesen und
empfangen werden können. Die naturalistische Namensgebung
– Twittern wie Zwitschern – signalisiert, dass es sich hier um eine
organische und unmittelbare ... mehr
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Ausgabe 05/09 |
Auf dem globalen Dorf
Wer genug hat von der großen weiten Welt, findet im Netz
auch heimatliche Nestwärme – etwa auf www.myheimat.de
Wie ein globaler Detektor hält uns das Netz
darüber auf dem Laufenden, ob irgendwo in
China ein Sack Reis umfällt. Aber was, wenn
eine Maultasche in Schwäbisch-Gmünd platzt?
Dafür gibt es www.myheimat.de. Die Seite ist
eine Plattform für alle deutschen Provinzblogger
und damit ein Gegenprogramm zum
Globalisierungsstress anderer Treffpunkte im Netz. «Auf www.myheimat.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht’s
nicht!», heißt es zur Begrüßung. Während bei «Facebook» und ähnlichen
Seiten ständig soziale Distink ... mehr
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Ausgabe 04/09 |
Surfen ohne Schildkröte
Wohin ist nur die Langeweile verschwunden? Wer noch nicht
genügend Probleme hat, findet fast unlösbare im Internet
«Leben langweilig, öde, trostlos? Mehr Adrenalin,
Herausforderung, Erlebnis?» Das Geschäftsmodell
von www.needaproblem.com
klingt, als habe es zehn Jahre lang in einer
Schublade gelegen und sei nun zufällig bei
einer pleitebedingten Büroräumung wieder
aufgetaucht. «Am Anfang war die Idee», verkünden
die Entrepreneure – und verkaufen Probleme.Unwillkürlich muss man
an die goldenen Zeiten der Internet-Economy denken,
damals vor der Milleniumswende war das,als noch jede Schnapsidee
zu Gold gemacht werden konnte. Die Schweizer Initiatoren von
www.needaproblem.com versuchen sich jetzt nochmals in windiger
Quatschökonomie ... mehr
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Ausgabe 03/2009 |
Ich zähle, also bin ich
When will I be famous: Das Internet bietet verschiedene
Gelegenheiten, die eigene Gesellschaftsfähigkeit zu verfeinern
VON ARAM LINTZEL
«Bald gibt es keine Beziehung mehr, die es nicht auf Beziehungen abgesehen hätte», wusste der bestens vernetzte Strippenzieher Teddie Adorno schon vor langer Zeit. Besonders intensiv umgarnen uns diese Beziehungsbeziehungen heute bei www.famegame.com. Die Seite will Licht in die New Yorker Privat und Geschäftsbeziehungen bringen. Zum Beispiel mit einem schicken Button mit der Aufschrift «Connect!». So lässt sich schnell herausfinden, «who knows who from where and why». Künstler, ... mehr
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Ausgabe 12/2008 |
Die Wolke sind die anderen
Wer wichtige Bekannte hat, ist selbst wichtiger: Wie das Internet
soziale Netzwerke pseudo-poetisch verdichtet
Vom angeblichen Revival des Existenzialismus
merkt man in den Netz-Communities nicht
viel. «Die Hölle, das sind die anderen» – diese
geniale Einsicht Sartres dürfte dort für Befremden
sorgen. Denn es gilt: Je mehr andere,
desto besser, gebt mir zwei, drei, viele andere!
Und wenn gerade keine anderen da sind, geht
man eben welche suchen. Personensuchmaschinen wie www.123people.de oder www.yasni.de helfen dabei. Vom gewöhnlichen Googeln
unterscheiden sich diese Seiten dadurch, dass sie die Fundstücke
ordnen und Fotos, Videos, E-Mail-Adressen, Social Network-
Profile oder Amazon-Wunschlisten gesondert ... mehr
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Ausgabe 01-02/2009 |
Ein Fan von Thomas Mann
Love and Hate im Internet: In die digitale Kuschelecke Facebook
verziehen sich heimlich sogar die Mitglieder neuerer Hass-Portale
Während die globale politische Agenda in
den letzten Jahren von Krieg und Terrorismus
bestimmt war, hat sich im globalen
Netz eine ausgesprochen friedfertige
Kuschelkultur ausgebreitet. So besteht die
Funktion der beliebten Plattform www.facebook.com in nichts anderem, als täglich
neue Freunde ... mehr
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