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Texte - Literatur
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Ausgabe 04/09
Ein melancholischer Mythensammler

IDEENGESCHICHTE Herfried Münkler untersucht die verblasste politische Wirkung von Barbarossa, Siegfried, Faust & Co.

VON RENÉ AGUIGAH

Natürlich ist dies kein schlechtes Buch. Es erzählt und analysiert Nationalmythen von der Nibelungen-Sage bis zu Slogans wie «Du bist Deutschland»; der historische Kaiser Barbarossa tritt ebenso auf wie seine Wiedergänger in Geschichte und Literatur; der Rhein mit seinen Schlössern und Burgen wird abgeschritten, bis bei Köln der einstige Umweltminister Klaus (im Buch: Georg) Töpfer mit einem Sprung in die Fluten bezeugt, wie sauber der Fluss wieder ist.Herfried Münklers neue Studie «Die Deutschen und ihre Mythen» verspricht Geistesgeschichte ebenso wie Gegenwartsdiagnose. Und ... mehr
Ausgabe 03/2009
Illegal. Wir sind viele. Wir sind da.
Kunstmann, München 2009.
125 S., 14,90 €

VON ULRICH RÜDENAUER


Manchmal findet sich das gute alte Theater mitten in der Realität wieder: Björn Bicker, Dramaturg an den Münchener Kammerspielen, hat unter seinem Autornamen Polle Wilbert mehrere Stücke geschrieben, die sich an der Schnittstelle von Dokumentation und Kunst bundesdeutschen Wirklichkeiten nähern. Zuletzt brachte er mit «Illegal» eine Collage auf die Bühne, die auf Protokollen von Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung beruht. Allein in München leben mehrere Tausend von ihnen, und was sie zu sagen haben, ist gekennzeichnet von Bitterkeit, Abgebrühtheit, Traurigkeit und ... mehr
07.08
ROMAN Mit «Tagebuch eines schlimmen Jahres» wächst J.M. Coetzee über sich selbst hinaus – indem er die eigene Humorlosigkeit seinem Spott aussetzt

Die übliche Text-Lektüre – seitenweise von links oben nach rechts unten – empfiehlt sich nicht für J.M. Coetzees «Tagebuch eines schlimmen Jahres». Kritiker zogen zum Vergleich die «Schichttorte» heran, nannten das Buch einen «Roman in Streifen» oder fühlten sich an den unten mitlaufenden Nachrichten-Ticker beim Fernsehbild erinnert, um die besondere Machart dieses neuen Romans des südafrikanischen Nobelpreisträgers zu kennzeichnen. Dabei läge beim Bach-Liebhaber Coetzee der Vergleich mit einer dreistimmigen musikalischen Partitur doch viel näher, deren einzelne Stimmen zu ... mehr
06.08
Der Pixelsternenhimmel über mir
GESELLSCHAFT Andreas Rosenfelder entdeckt die dritte, die ästhetische
Dimension von Computerspielen

Daniel M. besuchte damals noch das Gymnasium und war doch schon ein gut verdienender Herr übermehrere Computer eines Rechenzentrums, die er als Server für W-Lan-Partys vermietete, als er mich einlud, es auch einmal mit «Counter-Strike» (CS) zu versuchen. Selbstverständlich war er Mitglied in einem ... mehr

05.08
Gänseblümchen für alle

ROMAN Wer waren eigentlich die Achtundsechziger? Bernhard Schlink
schreibt einen Roman darüber, weiß es aber selbst nicht


Das Agatha-Christie-Setting des neuen Romans von Bernhard Schlink ist perfekt. Zwölf Personen, verbunden durch eine gemeinsame Vorgeschichte, versammeln sich für ein Wochenende in einem Haus auf dem Lande, und alles sieht exakt so aus,wie es in diesem literarischen Genre eben auszusehen hat: «Steinerne Mauer, eisernes Tor ... mehr
03.08
ROMAN Jenny Erpenbeck errichtet ein literarisches Familiendenkmal gegen
den Geschichtsabriss – mitunter mit leicht kunsthandwerklichen Zügen

VON BEATRIX LANGNER

Das wurde auch Zeit. Nach drei beachtlichen Talentproben hat Jenny Erpenbeck mit «Heimsuchung» nun ein thematisches Schwergewicht geschultert. Dass sie gut schreibt, dass sie mit auffallender Geläufigkeit poetische Bilder ausbalancieren kann, dass sie die Reduktion eines Stoffs auf seine inneren Strukturen ... mehr
12.07
Die jüngste Literatur-Nobelpreisträgerin ist zugleich die älteste.
Mit 88 Jahren kann Doris Lessing auf ein riesiges
OEuvre zurückblicken. Manche Werke sind mit ihr gealtert,
aber einige werden bleiben

VON SIGRID LÖFFLER


... mehr
11.07
Woher kommt das plötzlich neu erwachte Interesse am stalinistischen Schreckensregime in der Sowjetunion und an dessen Namensgeber? Der Streit der Historiker um die These vom Stalinismus als der unvermeidlichen Konsequenz aus der Revolution Lenins ist längst erledigt. Dennoch fragt eine neue Generation, fragen neue Bücher danach, wie es zuging, dass ... mehr
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